Macht Schule

Jesus-Nachfolge von Justin dem Märtyrer bis John Wimber

Zweite Bilanz

Nun findet man hier eine Anzahl von dreizehn Männern und (immerhin) sechs Frauen. (Die Quellenlage steht einer Balance der Geschlechter doch sehr im Wege, zumal meine Kriterien die Auswahl ja noch einmal zusätzlich einschränken.) Nach meiner ersten Zwischenbilanz ging es weiter mit Adalbert von Prag, Ansgar von Bremen und Lioba von Tauberbischofsheim. Alle drei spielten eine herausragende Rolle bei der Christianisierung Europas im 8./9./10. Jahrhundert. Der (zeitweise) Eintritt in ein Kloster bzw. die Gründung neuer Klöster war dabei jeweils ein Ausdruck ihrer Freiheit und ihres Mutes.

Für das 7. und 6. Jh. habe ich Cuthbert von Lindisfarne und Columban von Iona ausgewählt. Nicht nur viele Berichte über Wundertaten, sondern auch über ihre Verbindung zur ganzen Schöpfung charakterisieren ihre keltische Spiritualität. Immer wieder umkehren – das war für sie nicht nur Missionspredigt, sondern Lebensstil.

Noch weiter zurück ging es mit Severin von Noricum und Monika von Tagaste, wobei man die Schwelle vom Mittelalter zur Antike übertritt. Im 4. bzw. 5. Jh. machten sie einen Unterschied durch ihre hilfs-/einsatzbereite Haltung und innere Stärke. Dabei sind sie nicht nur allgemein Kirchen- und Glaubensvorbilder, sondern besonders Gebetsvorbilder.

Meine Landung im 3. und 2. Jh. markieren Gregor der Wundertäter und Justin der Märtyrer. Beide wurden in nicht-christliche Familien hineingeboren, wurden dann aber – unter anderem über ihre intellektuelle Auseinandersetzung mit der Philosophie – zu bedeutenden Persönlichkeiten der Alten Kirche. Die schriftliche Verteidigung und Klärung ihres verfolgten Glaubens gehört zu ihrem Erbe.

Nach diesem Durchgang durch fast 2000 Jahre werde ich erst einmal pausieren und sortieren. Beim Unterrichten am Gymnasium oder beim Dozieren in der Erwachsenenbildung konnte ich bereits die eine oder andere hier veröffentlichte Übung ausprobieren, manche entdeckte Ressource einbringen. Anderes wartet auf eine spätere Verwendung. Wie auch immer – ich könnte mir sogar eine zweite Runde vorstellen, diesmal in chronologischer Reihenfolge von der Antike zurück in die Neuzeit. Vielleicht würde ich dabei ja auf mehr als sechs Frauen kommen…