Macht Schule

Jesus-Nachfolge von Justin dem Märtyrer bis John Wimber

Bonaventura von Bagnoregio (1221-1274)

Kurzportrait

  • „einer der bedeutendsten Philosophen und Theologen der Scholastik“ (Wikipedia)
  • „akzeptierte den größten Teil der aristotelischen Philosophie, lehnte aber deren Metaphysik als unzulänglich ab“ (Ökumenisches Heiligenlexikon)
  • „gab seinen Lehrstuhl auf, um sich ganz den Herausforderungen seines Ordens widmen zu können“ (domradio.de)
  • ausgewähltes Originalzitat: „Die Sehnsucht wird in uns auf doppelte Weise entzündet: Zum einen durch das Rufen im Gebet, worin sich das Seufzen des Herzens Bahn bricht, dann durch den Blitz im Denken, wodurch sich der Geist geradewegs und mit allen Kräften den Strahlen des Lichtes zuwendet.“ (Der Weg des Menschen zu Gott – Vorrede)
  • passender Bibelvers: „Ich sehne mich, ja ich vergehe vor Sehnsucht, die Vorhöfe des HERRN zu betreten, wo ich den lebendigen Gott mit frohem Herzen anbeten will.“ (Ps 84,3 NLB)

Lernchancen

Von Bonaventura, der wie Birgitta von Schweden weit über die geografische Herkunft hinaus lehrend und politisch wirkte, können wir Glaube und Vernunft verbinden lernen. Erkenntnis und Wissen sind für den Mystiker untrennbar mit Frömmigkeit, Demut, Liebe, Staunen verbunden. In der Einheit von Gott und Welt finden auch scheinbare Gegensätze wie Ekstase und Genauigkeit zusammen.

Der ursprüngliche Name des späteren Ordensmannes ist Giovanni (di) Fidanza. Das Kind aus Bagnoregio bei Viterbo überlebte eine schwere Krankheit, nachdem seine Mutter ihn zu Franziskus von Assisi gebracht hatte. Als dieser dann selbst im Sterben lag und den gesunden Jungen sah, habe er ‚o buona ventura‘ (o gute Fügung) gerufen. Tatsächlich wurde aus Buonaventura wegen seines Organisationstalents dann der zweite Stifter des Franziskanerordens!

Für Bonaventura war die Armut der eigentliche Ort der Gottesoffenbarung, so dass er sich mit diesem Ideal weiter für die franziskanischen Spiritualität einsetzte. Seinen von inneren Spannungen bedrohten Orden führte er zugleich als ein diplomatischer Leiter und zeigte so seinen sowohl friedliebenden als auch mutigen Charakter. Er fand Gott in der ganzen Schöpfung und beschrieb typische Phasen, welche man in der Jesus-Nachfolge durchlaufen kann (mehr dazu im Bibel-Blogartikel hier) – eine so genannte Stufenmystik.

Anregungen

Ressourcen