Macht Schule

Jesus-Nachfolge von Justin dem Märtyrer bis John Wimber

Zwischenbilanz

Mittlerweile habe ich hier vier Frauen und sechs Männer vorgestellt. Dabei begann ich mit John Wimber, Dorothea Trudel und Charles Wesley. Heilung und Heiligung waren prominente Themen in den Jahrhunderten, die sie repräsentieren. Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie in volkskirchlicher Gesinnung zur Erneuerung beitragen wollten: Mit den Geheilten/Geheiligten sollten keine separatistischen Ausdrucksformen von Kirche begründet werden. Trotzdem waren sie auch angefeindet und umstritten, so dass Spaltungen und Trennungen unvermeidlich folgten. Dies sagt aber wohl weniger etwas über diese besonderen Persönlichkeiten aus als über die allgemeinen Individualisierungsschübe im 18./19./20. Jahrhundert.

Weiter ging es mit Paul Gerhardt und Anne Askew, die ich für das 17. und 16. Jh. ausgewählt habe. Die protestantischen Themen Freiheit und Bekenntnis fallen hier auf: Auch unter Verfolgung (unterschiedlichen Grades) konnte man den beiden das Wort Gottes (so wie sie es verstanden) und überhaupt die Sprache nicht nehmen. In harten und hitzigen Zeiten artikulierten sie mutig ihre Überzeugungen – welchen Preis auch immer sie dafür zu bezahlen hatten!

Mit Katharina von Bologna, Birgitta von Schweden und Bonaventura von Bagnoregio ging ich noch weiter zurück und wechselte so von der Neuzeit zum Mittelalter. Im 13./14./15. Jh. war Europa tief in der christlichen Tradition eingebettet – überhaupt wurde die damals geltende Gesellschafts- und Weltordnung mehrheitlich nicht hinterfragt. Die einen zogen ins Kloster, die anderen in den Krieg – na und? Frieden fand man vor allem in der Mystik. Diese führte bei den genannten drei Personen allerdings nicht nur zur Abwendung von der Welt. Vielmehr zog ihr Wirken weite Kreise – sei es durch kämpferische Multiplikation von Anbetung in klösterlichen Neugründungen, sei es durch prophetische Einmischung in die Politik oder in die Philosophie.

Für das 12. und 11. Jh. habe ich dann Aelred von Rievaulx und Ulrich von Zell ausgewählt, die für die zisterziensische bzw. davor die cluniazenische Reform stehen. Die Rückbesinnung auf das „Kerngeschäft“ der Kirche sicherte dieser bleibende Bedeutung in einer Zeit, wo man sonst auch ohne sie (z.B. dank guter Ernten) kein schlechtes Leben gehabt hätte. Die beiden Mönche wiesen jedoch einen Weg darüber hinaus mit ihrem leidenschaftlichen Gebet und Engagement.

Nach dem Durchschreiten eines ganzen Jahrtausends bin ich nun gespannt auf dreistellige Jahreszahlen, die mich dann letztlich in die Antike führen werden. Ich freue mich auf diese weiteren Entdeckungen und wünsche allerseits einen guten Rutsch ins Jahr 2026 nach Christus!